18. Oktober 2007
Urban European Vibes presents open here
  Ampere
© Fabian Kournettas

Leeroy
© Hugues Anhes

raggasnodaclick

SaLeDo

Ampere

Ampere
© Fabian Kournettas

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Konzert, Gespräch und Videolounge

Am Donnerstag, den 18. Oktober 2007, ab 18 Uhr im Club Ampere / Muffatwerk

Einlass / Videolounge: ab 19 Uhr
Musikprogramm: ab 20 Uhr


Im Zeitalter der Globalisierung lässt sich die Welt längst nicht mehr auf regional nebeneinander existierende (Musik-)Kulturen reduzieren. Globale Musikkulturen wie Dancehall, Drum'nBass, HipHop, R&B, Soul etc. sind längst zur gemeinsamen Sprache Jugendlicher unterschiedlicher ethnischer Herkunft bzw. verschiedener europäischer und außereuropäischer Kulturen geworden. Sie stellen sozusagen ein Bindeglied dar, über das eine Kommunikation/ein Austausch jenseits von Stereotypen und Vorurteilen erfolgen kann. Gleichzeitig sind diese Musikstile zur Grundlage für lokale Aneignungen und Interpretationen geworden. Im Aneignungsprozess sind in den verschiedenen europäischen Städten eigene lokale Brechungen und urbane Mischformen entstanden, neue Sounds und Styles, die nicht nur Einflüsse eigener Traditionen aufgreifen, sondern auch von der musikalischen Sprache der MigrantInnen aus verschiedenen europäischen Ländern, Afrika, Asien oder Amerika beeinflusst wurden.

Konzeption und Organisation: Patricia Müller

Eintritt: VVK 12 EUR, AK 15 EUR (zzgl. Gebühren)

Club Ampere / Muffatwerk
Zellstr. 4
81667 München
Tel.: +49 89 45 87 50 10
www.muffathalle.de

Anfahrt:
alle S-Bahnlinien: Isartor oder Rosenheimer Platz
Trambahn Linie 18, Deutsches Museum


PROGRAMM

Ab 19.00 Uhr
Videolounge

Zwei Monate lang folgte Judith Egger, künstlerische Leiterin des EU-Projekts "open here: consTRUCKtions - conNEXTions", der nomadischen Kurve der Veränderung. Auf ihrer Reise durch die Städte der europäischen Partner setzte sie sich auf unterschiedlichste Weise mit dem Thema "Migration" auseinander. Ein aufklappbarer Truck diente als mobile Ausstellungs- und Performancebühne sowie als Begegnungsort und "lebendiges Archiv". Er verknüpfte die Städte München, Wien, Prag, Liverpool und Marseille. Athen war virtuell mit dabei. So wurden ein großes Netz von Verbindungen geschaffen und Impulse für neue Bewegungen ermöglicht. Ein wichtiger Teil des Projekts waren zwei ArtLabs mit KünstlerInnen aus den Städten der Partner in der Villa Waldberta, dem internationalen Künstlerhaus der Stadt München. Es entstanden u.a. Videos, die sich mal poetisch-rätselhaft und mal dokumentarisch dem Thema "Migration" annähern. Eine kreative "open here"-Auswahl ist ab 19 Uhr in der Videolounge zu sehen.

Mit: Eleanor Hawkridge, Martin Janícek, Edgar Lliuya, Stefanos Pavlakis, Kai-Oi Jay Young, Tomáš Žižka.
Künstlerische Leitung: Judith Egger

Ab 20 Uhr - Musik und Gespräch im Ampere mit:
LEEROY (Ex-Saian Supa Crew) & Band
supports:
SaLeDo (Wien)
Toko Blaze(Marseille)
Raggasnoda click (München)

20 Uhr
Das Wiener Trio SaLeDo (alias Salah Addin, Lena Fankhauser und Dominik Nostitz) wurde eigens für "open here: consTRUCKtions - conNEXTions" ins Leben gerufen. Mit einem kanadisch-sudanesisch-österreichischen Crossover aus sanften "World"- Klängen, Reggae, Funk und einer Prise Jazz eröffnen die drei Musiker die "Urban European Vibes" - und lassen sich dabei immer wieder zu spontanen Improvisationen hinreißen.

20.30 Uhr
open words - Künstlergespräch mit Leeroy und Raggasnoda click

21.15 Uhr
Toko Blaze & Band aus Marseille mixen urbane Vibes aus der Heimat ihrer Vorfahren (Elfenbeinküste/ Kamerun) mit den Rhythmen maghrebinischer Einwanderer, Reggae und HipHop. Inspiriert von den sozialkritisch-bissigen Raps der französischen Legende IAM ergibt das den neuen Marseiller Sound "Ragga Tchatche". So hat sich Toaster und Songwriter Toko Blaze, der als Sprachrohr der afrikanischen Jugend in der südfranzösischen Hafenstadt gilt, denn auch das Schwergewicht des Conscious HipHop, Akhenaton von IAM, für einen gemeinsamen Track auf seinem aktuellen Album "Rythm n tchatche" geschnappt.

22 Uhr
Raggasnoda click - die Münchner Crew afroamerikanischer, russischer, kamerunischer und bajuwarischer Herkunft steht für jazzig, funky, soulful, klassisch und rockig zugleich. Ihr Live-HipHop ist stark beeinflusst von "The Roots" und dem "Wu Tang Clan". Scratchende Turntables gehen mit funkig flitzenden Läufen von Live-Instrumenten eine spannungsgeladene Koalition ein. "Schließlich" - so Raggasnoda - "lassen wir uns von allem inspirieren, solang' es Seele hat". Im spezifischen "Raggasnoda Talk" jonglieren Boshi san, Moe2Mee, RedFed und SvB mit neuer Poesie, während Bogdizzey, O'Lee, DJ Snatchatec und Drummer Dr. Disco einen elektronischen Vibe gepaart mit echtem bajuwarischen Homemade-Funk und afrikanisch-russischen Einflüssen ins Haus bringen. Richtig Urban Vibes eben!

23 Uhr
Leeroy, der französische Rap-Poet und Beatbox-Meister marokkanischer Herkunft, hat bereits Ende der 1990er mit Europas HipHop-Stars der Saian Supa Crew Kult-Status erlangt. Mehrfach wurde die Band mit ihren verwobenen Beats, Sketches und endlosen Freestyles vom deutschen Magazin Juice zum besten europäischen Live-Act gekürt. Momentan steht der Ex-Saian Supa-Crewler mit seinem Album "open bar" in den Startlöchern und repräsentiert auch solo allerfeinste HipHop-Melange aus Frankreich: "Es gibt keine Barrieren, nur die, die man sich selber setzt". So erfindet der experimentelle Musiker den Sound immer wieder neu und mixt HipHop mit französischem Chanson, wildem Punk, nordafrikanischen Klängen, rootsigem Reggae, melodramatischem Pop und souligem Funk. Seine explosive Collage aus Rap, Gesang und Beatbox zeigt eindrucksvoll: "Man kann unsere Vibes fühlen, ohne jedes Wort zu verstehen". Darüber hinaus nutzt Leeroy HipHop als Sprachrohr der vergessenen "black und beurre" - Migrantenkids der französischen Vorstädte. Seine mal poetisch-nachdenklichen, mal kritisch-scharfen, aber stets humorvoll verpackten Lyrics spiegeln seine Sichtweise und Erfahrungen im Land der Tricolore wider und zeigen Perspektiven auf. Denn Migration bedeutet für ihn vor allem die Chance, kulturelle, soziale und politische Grenzen zu überschreiten und Sperren niederzureißen - wie eben auf seinem neuen Album "open bar".

Das französisch - österreichisch - deutsche Gipfeltreffen "in the mix" zwischen Leeroy und Raggasnoda click, Toko Blaze und SaLeDo sollte man sich nicht entgehen lassen. Denn - wie Raggasnoda es auf den Punkt bringen: "Nichts ist schlimmer als eine Show ohne Party!"

24.00 Uhr
DJ


Veranstalter: Kulturreferat und Muffathalle

Karten:
online über www.muffatwerk.de
sowie an den bekannten Vorverkaufsstellen
und bei München Ticket, Tel.: +49 (89) 54 81 81 81


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